„Koch sein bedeutet mich weltoffen, kreativ und genussaffin zu sein. Dass man Gastgeber sein und seine Gäste glücklich machen kann. Dass einem im Wortsinn die Türen der Welt stehen offen, denn man ist arbeitsplatztechnisch unabhängig.“

Michael Oettinger ist Koch, Küchenmeister und Küchenchef in Oettinger´s Restaurant, Fellbach-Schmiden (1 Michelin-Stern, Gusto Baden-Württemberg 7+-Pfannen, 16 Punkte Gault Millau, Feinschmecker FF). Und er ist Top Ausbilder des Jahres 2011. „Als Küchenmeister und Top Ausbilder ist es meine Pflicht, unseren Berufsstand zu fördern und Lehrlinge auszubilden“, sagt Michael Oettinger. Er ist Mitglied der JRE und hier Patron und Hauptverantwortlicher der JRE Genuss-Akademie, einer eigens entwickelten Zusatzausbildung für Azubis in der Top-Gastronomie. Zudem ist er als IHK-Prüfer tätig.

Herr Oettinger, warum liegt Ihnen eine gute Ausbildung von Köchen am Herzen?
Nur ein gutes Fundament bietet die Basis für eine erfolgreiche Berufskarriere. Ausbildung und Weiterbildung bis zum Küchenmeister bzw. zum Bachelor Professionell halte ich für wichtig, um die Arbeit in der Küche zeitgemäß weiter zu entwickeln. Ein Mitarbeiter, der gut kochen kann, aber keine Mitarbeiterführung versteht, arbeitet nicht nachhaltig und schadet dem Berufsstand.

Warum sind Sie in der Jury des Top Ausbilder?
Ich möchte mit meinen Erfahrungen den Austausch unter Top Ausbildern in diesem tollen Netzwerk vertiefen und zeigen, dass eine Top Ausbildung für alle eine Win-Win-Situation bietet.

Was wünschen Sie sich für die Köche-Ausbildung der Zukunft?
Eine einheitliche IHK-Prüfung auf Bundesebene, eine bessere Sichtbarkeit der Chancen, die die Gastronomie bietet, mehr Unterstützung in der Außendarstellung des schönsten Berufs der Welt, dass Top Ausbilder staatlich gefördert werden, dass Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz sanktioniert werden. Und dass der Umgang mit den Auszubildenden in der Branche besser wird.